studium

ALLGEMEIN

im kern des studiums werden interdisziplinäre projekte entwickelt, wobei weder thematische richtlinien noch technische oder methodische rezepte bevorzugt werden. erwartet werden jedoch interesse, neugier, aufmerksamkeit, flexibilität und (kunst-) geschichtliche auseinandersetzung, kurz: künstlerisches engagement.

eigeninitiative ➔ selbstorganisation der interessen

learning by doing ➔ experiment und selbstkritik

praxisorientierung ➔ herausforderung an- und verantwortung übernehmen

professionalität ➔ integrität, risikobereitschaft und verlässlichkeit

regeltermine

klassenbesprechungen (kb) montags 11:00 / 14:00 – open end

erstsemester nach absprache

variable projekttermine dienstags 10:00, 14:00, 16:00, 19:00 film

sprechstunde mittwochs 10:00 – 13:00 nach voranmeldung

änderungen im reformierten studiengang kunstpädagogik

➔ kunst und vermittlung staatsexamen nach 270 credits (➔ master 300)

berufsziel künstler als vermittler zwischen künstlerischer arbeit und öffentlichkeit. kunstunterricht an gymnasien, museumspädagogik, kulturmanagement, ausstellungskuratierung, kunstberichterstattung, etc.

studienplanung zum semesterbeginn formuliert man arbeits- und studienziele, bildet arbeitsgruppen und legt sich auf klassenbesprechungen fest. die klassenbesprechungen der teams werden von tutoren betreut. sie stehen beratend und kritisch fragend bei der vorbereitung, durchführung und dokumentation der klassenbesprechungen bzw.arbeitsprojekte zur seite.

klassenbesprechung ➔ meeting, präsentation, versammlung, vortrag, ausstellung etc. planungspunkte: einladung, ablauf, protokoll. einbindung der teilnehmer: jede idee hat einen urheber, der sie erklären kann.

teamwork ➔ im klassenverband wird in teams studiert. auch die eigene atelierarbeit wird im vergleich mit partnern vorgestellt.

semesterprojekte  die interdisziplinären dienstagsseminare stehen dieses semester wieder unter dem thema stadt plan 12. hier werden projektgrundlagen und -entwicklungen besprochen, inhalte erarbeitet: ➔ wo verlaufen die grenzen zwischen öffentlichen zonen und privatsphären, wo bietet sich die stadt als öffentlicher raum an und woran erkennt man diese?

➔ erfassen und bezeichnen bestimmter situationen von öffentlichkeit. die untersuchungen werden von den projektteams individuell erarbeitet und geleitet.

cool istanbul research and exhibition project with derya özkan and students from institut für volkskunde/europäische ethnologie an der lmu – englisch  changing imaginations of istanbul – from oriental to the ‚cool‘ city ➔ museum of cool – aspectts of the changing idea of coolness

workshops

➔ kunst und vermittlung: sprechen/schreiben über kunst – begriffe und zeichen, bedeutung und logik, bilder verstehen, zusammenhänge erkennen und artikulieren – nachdenken und vortragen

➔ arbeit an der  i-crew seite – zulassungsarbeiten und andere publikationen

➔ präsentationstechnik

➔ künstlerische recherche im unterschied zu wissenschaftlicher und kunsthandwerklicher methodik

➔ kunst und interaktion – steuerung in künstlerischen installationen und prozessen, experimente zu dramaturgischen fragen, stegreifaktionen und -modelle, szenen schreiben und zeichnen, finden, aufführungen, inszenierungen, performances „improvisieren“

➔ kunst, film, literatur schwerpunkt?

➔ künstlerische techniken ➔ material der kunst  ➔ motiv – themen und beweggründe aus der kunstgeschichte  ➔ methode produktionsbegriffe

DIE PROVISORISCHE VERWALTUNG DES MODULARISIERTEN STUDIUMS

kunst kann nicht wirklich in modulen studiert werden, sondern muss sich durch praktische erfahrung entwickeln. deshalb muss das baby neu gewickelt werden: also druck raus und mehr wert legen auf die eigene arbeit.

die umsetzung der studienreform ist für alle neu und erfordert mit-denken auf allen ebenen: wir müssen erreichen, dass der studienbetrieb so geregelt und erfasst wird, wie er aus der sicht der studierenden, klassen und werkstätten effektiv stattfindet, und nicht umgekehrt die studiengewohnheiten sich dem verwaltungsschema anpassen müssen. der verwaltungsablauf muss so modifiziert werden, dass er den richtlinien des ministeruiums und diese den bologna-idealen genügen. bisher taugt das system mit dem studienbuch der akademie dazu nicht wirklich.

der schwerpunkt des studiums liegt nach wie vor auf der praktischen künstlerischen arbeit und soll nicht von der theorie („pflichtfächern“) überlagert werden. zwar ist der prüfungsanteil der theorie etwas grösser geworden, aber dafür wird der aufwand fürs examen etwas verteilt. es gilt, das in der theorie erworbene wissen (kunstgeschichte, vermittlung) für sich nutzbar zu machen und in klassenbesprechungen, zwischenprüfung und überhaupt in der künstlerischen praxis anzuwenden.

studienbuch

die form unseres gegenwärtigen studienbuchs passt nicht richtig, ist aber trotzdem ein amtliches dokument und muss geführt werden. das limit von 30 creditpoints pro semester kann nur um max. 3 credits abweichen.

aber besser man denkt gar nicht immer an die credits, sondern macht sich an die arbeit und dokumentiert die entwicklungsschritte mit fotos, beschreibungen, blegen welcher art auch immer, auch mit unterschriften aus den werkstätten (pdf). die übertragung in sogenannte module und diese dann in credits und diese dann ins studienbuch macht man später zusammen mit dem professor. und eine werkdokumentation braucht man fürs examen ohnehin.

website
auch die klassenseite dient zur dokumentation der eigenen arbeit – ankündigung der klassenbesprechungen, gemeinsame vorbereitung, selbstdarstellung, projektbeiträge etc. darüber hinaus hilft eine stärkere nutzung der seite, synergien zu entwickeln, interessen zu bündeln, projekte anzuschieben!

kleine wand / zwischenprüfung

sie ist im prinzip eine art erweiterte und vertiefte „probewand“ über das eigene künstlerische projekt. nicht das endresultat, die fertige arbeit steht im vordergrund, sondern die künstlerische entwicklung, die ansätze und ihre umsetzungen, die reflexion und die vermittlung. diese prüfung entspricht einem bachelor und kann mit einer äquivalenzbescheinigung ausgewiesen werden (wechsel, bewerbung für einen masterstudiengang etc).

EIN PROJEKT IST EINE UNTERNEHMUNG AUF ZEIT

in der regel wird in einem projekt ein produkt erzielt, das alles vorstellbare sein kann, ein kuchen, ein haus, eine oper, ein medikament, ein film, ein staat, ein spiel, eine ausstellung, eine versicherungsgesellschaft….

kein projekt ist umsonst, sondern braucht energie und enstprechende mittel. entweder stehen sie zur verfügung oder sie müssen beschafft werden.

ein projekt hat einen anfang und ein ende, sowie eine anzahl entwicklungsschritte. es hat einen initiator (oder auftraggeber) und einen abnehmer (oder kunden), diese können identisch sein oder aus verschieden personen oder gruppen bestehen. man kann selber das eine oder beides sein.

ist ein projekt vereinbart oder „an land gezogen“, gilt es eine strategie über mehrere phasen und ebenen zu entwickeln. sie beinhaltet planung, organisation, durchführung der einzelschritte, recherche der sachthemen und hintergründe, zielformulierungen, auswertung.

theorie und praxis

theorie bedeutet, wörtlich übersetzt, schau, anschauung. eine theorie ist nicht etwas, das man selber ansehen kann wie einen der gegenstände, von denen sie handelt. eine theorie – eine art von anschauung – ist etwas, das sichtbar macht. interdisziplinäre projekte sind theoretisch fundierte unternehmungen.

zielformulierung

je besser die planung, desto stärker das resultat. es lohnt sich, lange genug über das projekt nachzudenken, über die inhalte zu diskutieren, bevor man mit der durchführung beginnt. am anfang muss das ziel des projekts beschrieben werden, damit klar wird, wohin und über welche zwischenetappen die planung führen soll.

ein guter einstieg ist das brainstorming, dabei geht es darum, spontan die grösstmögliche informationsmenge rund um das projektthema zu erhalten, die man in einer späteren phase kritisch durchforstet. wichtig beim brainstorming ist die ausführliche niederschrift der stichworte, die protokollform kann dem thema entsprechend in haupt- und nebenziele oder wie auch immer aufgeteilt werden, damit die einfälle schnell und systematisch zugeordnet werden können. tabu sind in dieser phase kritik an äusserungen, „rückzieher“, etc.

die auswertung des brainstormings führt zu einer übersicht, in der die wichtigsten eckdaten des projekts festgehalten werden. sie bilden die ausgangs­basis und sollten diejenigen punkte enthalten, die über den ganzen projektverlauf gelten:

  • anfang und ende
  • leitung und kompetenzen
  • hintergründe (warum dieses projekt)
  • zweck (was soll mit dem projekt erreicht werden)
  • budget
  • selbstkritik

der zweck des projekts muss so präzise als möglich formuliert werden. er muss terminlich, qualitativ und quantitativ kalkulierbar sein. er muss anspruchsvoll sein, aber realistisch bleiben. auch selbstkritik kann man konkretisieren, indem man das projekt einschätzt nach:

  • stärken
  • schwächen
  • chancen
  • risiken

planung

je nach umfang des projektes muss ein team zusammengestellt werden, man kann in der regel nicht alles alleine machen. projektleitung bedeutet, verantwortung für das projekt in einem guten team zu übernehmen. je zufriedener und engagierter das team, desto besser das projekt. am besten funktioniert ein team dann, wenn die beteiligten jeweils ihre eigenen stärken einsetzen können. deshalb ist es gut, wenn man die partner vor beginn der arbeit kennenlernt und sich als team koordiniert. das zusammenspiel wird erleichtert, wenn man sich schriftlich einen überblick über die teilnehmer verschafft:

  • name, kontaktmöglichkeiten
  • rolle, befugnisse
  • anforderungsprofil
  • informationsbedarf
  • projektbeitrag

auf dieser grundlage wird das briefing für die projektteilnehmer ausgearbeitet. allen muss klar sein, welche zielsetzung das projekt hat, welche rolle er/sie im projekt spielt, welche priorität die aufgabe hat. je klarer die informationen und aufgabenstellungen sind, desto besser können die teilnehmer motiviert werden.

dann muss das projekt chronologisch strukturiert werden. nach dem briefing kann das team angeben, wie lange die verschiedenen arbeitsschritte dauern werden. der zeitplan lässt sich gut mit haftzetteln auf einer pinwand erstellen, indem man anfang und ende der einzelaktivitäten datiert. auf diese weise entsteht der plan der pläne, auf dem alle bisherigen planungen zusammenlaufen und eine komplette übersicht über die aktivitäten ergeben, wann was begonnen wurde, wann was endet, was parallel läuft, wo engpässe entstehen können etc. die gesamtplanung wird am besten mit dem ende begonnen, mit der letzten aktivität, von der aus in realistischen zeitschritten bis zum anfang des projekts zurückkalkuliert wird.

durchführung

hier zeigt sich die stärke eines teams. die projektleitung muss die übersicht über den gesamten verlauf wahren und ständig auf dem laufenden sein. im falle unvorhergesehener ereignisse müssen entschei­dungen getroffen werden und abweichungen vom geplanten verlauf in die gesamtplanung einbezogen werden. kontinuierlich müssen alle projektbeteiligte über den aktuellen stand informiert werden. eine sorgfältige dokumentation des projektverlaufs ist gerade in der realisierungsphase sehr hilfreich.